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Das fast perfekte Auswärtsspiel

 
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Peggi



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BeitragVerfasst am: Fr Aug 04, 2017 12:06 am    Titel: Das fast perfekte Auswärtsspiel Antworten mit Zitat

Das fast perfekte Auswärtsspiel

„Dieser Moment, wenn du morgens um 2 Uhr nach dem Auswärtssieg in Halle mit drei Punkten im Gepäck am Bieberer Berg vorbei fährst und dir denkst: Und ihr so?!“ - Unbezahlbar!

Es gibt so Spiele, auf die wartet man viele Jahre, da will man einfach dabei sein, da nimmt man Urlaub, macht Überstunden oder tauscht auf Frühschicht. Halle auswärts ist so ein Spiel. Zwölf Jahre ist es her, dass man dort gespielt und den Relegationsplatz gegen Neuruppin klargemacht hatte. Es war der Beginn einer Achterbahnfahrt über die Regionalliga Nord, die zweite Liga, das DFB-Pokal-Halbfinale, die dritte Liga und die jahrelange Endstation 4. Liga.

Vor 12 Jahren war keiner der 4 Blue Kaputtos dabei, die sich am Dienstag per Auto auf den Weg ins 400 km entfernte Halle machten. Nachdem Robert die Frühschicht beendet hatte, konnte es kurz vor 14 Uhr endlich gen Erdgas-Sportpark gehen. Klingt ein bisschen nach Chemie, passt aber, der Name. Da fällt einem doch gleich dieser Fangesang mit der Hure und dem Vieh dazu ein, wie ging der doch gleich? Ihr wisst schon...

Nach einem „Mob-Foto“ vor dem Auto wurde der straffe Zeitplan in Angriff genommen. Wetterfee Felix hatte die Unwetterwarnungen im Blick, Aluchip den Fuß auf dem Gaspedal. Am Verkehr und an irgendwelchen Unwettern sollte es am Ende aber nicht liegen, dass es eine Punktlandung im Stadion war... Auch nicht an der Umdekoration des Rastplatzes an der A71 nahe Vieselbach-Nord. Blau-Gelb-Weiss sieht einfach viel schöner aus als die dreckigen Farben von Hallunken und Vieselbachern.

Halle also – eine Stadt, die eigentlich nur aus Baustellen besteht und den Charme von Cottbus fast noch überboten hätte. Zeit für Sightseeing war eh nicht: „Hier links ist die Altstadt“, sagte Peggi, um nur 1 Sekunde später mit „Das war es dann auch schon.“ fortzusetzen. Highlight des Tages war dann eher noch der im Getränkemarkt erworbene Kasten Freiberger für die Einstimmung auf dem Parkplatz. Dort fand sich dann auch Exil-Kaputto Rehleinkiller ein, der seinen Urlaub extra einen Tag früher antrat, um auf der Durchreise aus dem hohen Norden in Richtung Tschechien noch das Spiel unseres FCC in Halle zu sehen. Robert, der vor Kurzem mit dem Rauchen aufgehört hat, schlauchte sich vor Aufregung noch ne Kippe, geschnorrte Kippen sind ja ok. Ist ja nur wegen des Geldes.

Mit dem Shuttlebus ging es zum Stadion. Alles ganz entspannt. Fast schon perfekt. Es war ja noch massig Zeit, und die Zugfahrer sollten ja auch noch kommen. Massig Zeit? … dachten wir! Wir hatten aber die Rechnung ohne die Berliner Feierbrigade und die BRU gemacht. Hamburger Gitter, eine Gasse und nur ein offenes Tor für noch ca. 500 wartende Jena-Fans. Etwa eine Stunde vor Anpfiff wurde der einzige Eingang dann auch noch für eine gute halbe Stunde komplett geschlossen. Wieso, warum, weshalb? Keine Ahnung. Man könnte sagen, dass dieser Umstand jetzt nicht gerade förderlich für die Stimmung der Wartenden war. Security und Polizei schoben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu.

Sicherheitsbesprechungen vor dem Spiel werden so ad absurdum geführt. Und es ist halt dann auch noch zusätzlich blöd, wenn der gesamte Gästeeingang lediglich über zwei Kartenscanner verfügt, von denen einer heute auch noch gerade „kaputt“ war. Immer wieder erstaunlich, was da für Profis am Werk sind. Punktlandung mit Anpfiff im Stadion für uns, für die letzten Wartenden dann immerhin auch schon 15-20 Minuten nach Anpfiff. Mit Fans war aber bei 1200 verkauften Tickets nun wirklich nicht zu rechnen. Da muss man den HFC mal in Schutz nehmen, ehrlich mal... Danke HFC!

Wenigstens gab es noch ein kleines Plätzchen für die Zauni und eine halbwegs gute Sicht für uns alle. Die üblichen Verdächtigen waren schnell erkannt und gefunden. Wer hier im Wellblechpalast regierte, war auch schnell klar, der FCC und sein 1200-stimmiger Stadionchor... geiler Scheiss. „Hier regiert der FCC!“ Halle? Fand eigentlich nicht statt. Jedenfalls nicht wahrnehmbar.

Auch auf dem Spielfeld nahm der FCC von Anfang an das Heft in die Hand, machte das Spiel, setzte den HFC unter Druck und erarbeitete sich nach und nach Chancen. Schön zu sehen, schließlich war man noch unter dem Eindruck der mäßigen Vorstellung gegen Fortuna Köln gestanden. Sollte der FCC-Zug ausgerechnet in Halle endlich in den Bahnhof 3.Liga einfahren? Es sah alles danach aus. Und wer anders als Timmy Thiele taugte zum Lokführer? Wir schrieben die 36. Minute. Eckball für den FC Carl Zeiss Jena. Frenetische Anfeuerungsrufe, „hinein, hinein, hinein...“ Der Ball segelt herein, Thiele kommt irgendwie mit dem Kopf an den Ball und drückt ihn samt Torwart über die Linie des HFC-Tores. Da ist das Ding. Nach 5 Jahren und 3 Monaten wieder ein Tor für den FC Carl Zeiss Jena in der dritten Liga, in Halle, ausgerechnet, bei einem Ostrivalen. Der FCC war mit Vollgas in den Drittligabahnhof eingerauscht und Lokführer Thiele löste die Feststellbremse. Bäääm. Extase auf dem Platz und auf den Rängen. Was für ein geiler Moment, perfekt, wie gemacht für eine großartige Geschichte... Ok, irgendwie ein Gurkentor, aber genauso ein Tor haben wir gebraucht, um den verdammten Bann zu brechen… Auswärtssieg! Auswärtssieg! Auswärtssieg!

Jetzt rollte der FCC-Express. Und Lokführer Thiele hätte noch vor der Pause die Fahrkarte zu den drei ersten Punkten endgültig abstempeln können. Nach schöner Vorarbeit, des heute gut aufspielenden Kapitäns René Eckardt konnte er den Ball aber mit dem rechten Fuß nicht im Tor unterbringen. Böse Zungen im Gästeblock, die nie selbst Fußball gespielt haben, behaupteten, sie hätten den Ball mit den Badelatschen vom Strand rein gemacht. Hätte Thiele die 1903%ige Chance direkt vor der Pause genutzt, der HFC hätte sein S-Bahnticket für die Rückfahrt nach Hause zu Mutti schon mal lösen können.

Pause, durchschnaufen, 1:0 Führung, angekommen in Liga 3, angekommen in Halle, es könnte ein perfektes Auswärtsspiel werden. Beim Catering klappte das schon mal ganz gut, Preise ok, Service ok, hat man bei selbsternannten Bundesligateams in der Lausitz schon anders erlebt.

Halbzeit zwei begann wie Halbzeit 1, der FCC blieb seiner Linie treu und wollte mehr. Der HFC versuchte dagegen zu halten, es klappte aber nicht so recht.

Auch die Einwechslung des neuen Hallenser Messias Manu brachte nicht ganz den erhofften Hallo-Wach-Effekt, jedenfalls nicht für den HFC. Und wer, wenn nicht Thiele spielte dabei eine entscheidende Rolle. Nach einem eher harmlosen Foul von eben diesem Manu an Thiele gerieten die beiden aneinander. Schubser hier, Schubser da, Pöbelei hier, Pöbelei da. Angedeuter Kopfstoß, Thiele fällt hin, Manu sieht rot. Servus, auf Wiedersehen, Good Bye!

Da war es doch gleich viel geräumiger auf dem Platz. Gut für den FCC, der sich anschickte, das zweite Tor zu machen. Wieder war es Ecki mit einer schönen Flanke, Kopfball diesmal von Tuma, Halles Torwart Schnitzler verschätzt sich, rauscht unglücklich mit Tuma zusammen und der Ball zappelt im Netz. Der Jubel blieb einem allerdings erstmal im Halse stecken, verletzte sich doch Torwart Schnitzler beim Zusammenprall mit Tuma schwer und musste mit Verdacht auf Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus eingeliefert werden. Gute Besserung auf diesem Wege! Dennoch, der Ball war drin, der Schiri zeigte zur Mitte und der FCC war endgültig zum Drittliga-ICE geworden. Halle versuchte nochmal alles, kam aber nur noch zu einem gefährlichen Schuss, den der clever spielende Kozcor parieren konnte.

Hier ging heute was, Halle kommt hier nicht zurück, Kurzer Blickkontakt zwischen Peggi und Aluchip, beide ballen die Faust, nicken und sind sich einig: Der Sieg ist sicher. Schlusspfiff, Auswärtssieg, Welle: „Wir halten fest zusammen und kämpfen bis zum Schluss.“ Das Bahnpersonal des FCC fuhr die drei sicheren Punkte in der pittoresken Abendsonne heim. Fast kam ein wenig Stadionromantik auf. Und was passt besser zu einem romantischen Abend als ein knisterndes Kaminfeuer. Ein rot-weißer Lappen mit irgendwelchen HFC-Insignien eignete sich hervorragend als Brandbeschleuniger für das heimelige Auswärts-Kaminfeuer und wurde seiner endgültigen Bestimmung zugeführt. So romantisch kann dritte Liga in Halle sein. Danke FCC, danke HFC... Die HFC-Fans tanzten wie während des Spiels auch zum Abschied nochmal Vieselbacher Niveau-Limbo: Gute Freunde kann halt niemand trennen. *hüstel*

Drei Punkte im Sack und ab nach Rhein-Main... Nee, nee,nee, nee...
Natürlich hatten sich die Berliner Feierbrigrade und der HFC auch noch ein bisschen was einfallen lassen, um dem FCC-Tross die Heimfahrt zu verzögern. Was vor dem Spiel so gut geklappt hatte, musste nach dem Spiel seine unrühmliche Fortsetzung finden. Ein Sieg bei den Vieselbach-Freunden in Halle lässt einen aber auch diese Warterei ertragen. Immerhin gab es ganze zwei Shuttle-Busse zum Gästeparkplatz. Läuft bei denen. Wink

Und wenn man dann morgens um zwei nach dem Auswärtssieg in Halle mit drei Punkten im Gepäck am Bieberer Berg vorbei fährt, denkt man sich: „Und ihr so?! - Der FCC ist wieder da! - Geil! Dritte Liga! Und tut gar nicht weh. Fast perfekt.“

Nur der FCC!

der Peggi / Aluchip
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CONSECTATIO EXCELLENTIAE!
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